SG Bernwardswiese
 
 

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Bernwardswiese - wie alles begann ...

Der nachfolgende Artikel stammt aus dem Buch "Was ist das, St. Bernward?", erschienen 1993 zum 100-jährigen Bestehen der Kirchengemeinde St. Bernward in Hannover-Döhren.



Wir haben eine eigene Kneipe
Die Bernwardswiese - Begegnungsstätte der Gemeinde

Eine Kirchengemeinde hat häufig neben dem Kirchengebäude und dem Pfarrhaus noch andere Objekte zu verwalten. Sicher gibt es sehr viele Gemeinden mit einem Pfarrzentrum und einem Kindergarten. Sogar Friedhöfe werden von einigen Pfarreien verwaltet. Doch die kath. Pfarrgemeinde St. Bernward in Hannover-Döhren verfügt über eine Freizeitanlage mit Sport- und Spielplätzen und einer vollkonzessionierten Gaststätte. Und deshalb können unsere Gemeindemitglieder sagen: Wir haben eine eigene Kneipe!.

Interessant ist ein Rückblick in die Entstehungsgeschichte der Bernwardswiese:
Im Jahre 1961 suchte der damalige Pfarrer Leonard Mock für die Jugendlichen und Kinder der neu gegründeten Kolpingfamilie und deren Sportabteilung nach einer Sport- und Spielfläche in Döhren oder Umgebung. Die Sportvereine Schwalbe und Niedersachsen, deren Plätze an der Hildesheimer Straße lagen (heute Freizeitheim Döhren) sowie VfR (Verein für Rasenspiele), dessen Platz an der Olberstraße lag, (heute Kardinal-Bertram-Schule), waren zwar gastfreundlich, doch der Wunsch nach einem eigenem Platz blieb bestehen. Als ein Landwirt ein Brachgelände an der verlängerten Brückstraße in Döhren an der Grenze nach Hemmingen zur Pacht anbot, griff Pfarrer Mock zu.

Nun mußte aus einer Trümmerwüste (ein hier befindlicher Baggersee war nach dem Krieg mit Schutt aufgefüllt worden) ein Sportplatz gebaut werden. Doch welche Mittel hatten die Männer zur Verfügung? Ein Paar Schaufeln, den Kopf voller Ideen und sehr viel Einsatzwillen. Zuerst diente der Bauernhof von Bauer Tausendfreund, Am Lindenhofe, (heute Wohnhaus) als Unterstand für Schubkarre und Schaufeln. Dann stellte der TvD (Turnverein Döhren) ein aufgeständerten Waggon (der seinerzeit als Umkleideraum für die Badenden im Kiesteich diente), zur Verfügung. Diese erste Unterkunft wurde dann im Jahre 1965 durch eine Holzbaracke ersetzt. Nun war ein Clubhaus vorhanden und auch der Sportplatz und ein Spielplatz nahmen bereits Formen an.

Alles dieses wurde ohne große maschinelle Hilfe geschaffen. Zu den Helfern, die Anfangs nur aus Kolpingbrüdern bestanden, kamen auch einige andere Gemeindemitglieder. Von Anfang an waren sich die Verantwortlichen darüber einig, daß keine Kolpingwiese - wie von einigen Neidern so benannt - geschaffen werden sollte, sondern eine Bernwardswiese, die allen in der Gemeinde und darüber hinaus zur Verfügung stehen sollte.

Die Sportabteilung der Kolpingfamilie verselbständigte sich zu einem eigenen Verein und bestreitet noch heute regelmäßig als Sportgemeinschaft Bernwardswiese Fußballspiele gegen Betriebs-, Kneipen- und ähnlichen Mannschaften.

Im Jahre 1970 wurde die Holzbarake von Einbrechern in Brand gesteckt und dadurch vernichtet. Doch der Eifer der Wiesenleute ließ nicht nach. Noch größer, schöner und zweckmäßiger wurde das Gebäude errichtet. In den letzten Jahren wurde vieles verbessert und erneuert. Einige Helfer der ersten Stunde sind noch heute aktiv. Viele Wiesendienstleute kommen aus anderen (auch evangelischen) Gemeinden. Doch immer wieder fallen auch Helfer aus. Darum werden auch in diesem Jahr wieder neue Mitarbeiter gesucht, die für einige Tage im Jahr ehrenamtlich das Team der Dienstleute verstärken.




Das Geheimnis der Bernwardswiese

Wie machen die das nur?
Wieso sind die Preise in dieser Gaststätte so günstig?

Diese und ähnliche Fragen werden häufig von Besuchern gestellt. Dabei ist die Antwort sehr leicht gegeben:
Es ist nämlich gar kein Geheimnis dabei, sondern ein großartiger ehrenamtlicher Einsatz macht dies möglich. Wir wollen ein wenig über dieses "Geheimnis" berichten. Es fängt schon damit an, dass die gesamte Anlage einen sehr gepflegten Eindruck macht. Franz und Josef Beyer, Andreas Knief und Rainer Berreßem mit einigen weiteren Helfern sorgen seit Jahrzehnten dafür, dass der Rasen und die gesamte Anlage gepflegt wird und an und in den Gebäuden alles in Ordnung ist. Was dies bei der Größe der Anlage bedeutet, kann nicht nur ein Kleingärtner beurteilen.

Auch der Thekendienst wird seit über 50 Jahren von ehrenamtlichen Kräften geleistet. Etwa 100 Damen und Herren versehen an der Theke und im Küchenbereich den Dienst. Diese Helfer/innen arbeiten in verschiedenen Gruppen, die wir gerne einmal vorstellen wollen: Der Frühschoppendienst an Sonn- und Feiertagen wird von 10 - 13 Uhr von jeweils zwei Herren geleistet. Den Nachmittagsdienst in den Sommermonaten, in denen täglich geöffnet ist, besorgen von 15 bis 18 Uhr zwei bis drei Damen und Herren. Von 18 Uhr bis 20 Uhr sind dann in den Sommermonaten weitere Helfer/innen tätig. An den Samstagen sowie Sonn- und Feiertagen gibt es eine Gruppe von jeweils zwei - vier Personen, die unsere Gäste bedienen.

Das Tolle ist, dass etwa die Hälfte aller Mitarbeiter/innen aus anderen (auch evangelischen) Gemeinden kommen, sogar aus Nachbarorten wie z.B. Hildesheim, Laatzen und Wunstorf kommen die ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen. Die Betreuung der großen Schar der dienstbaren Geister sowie die Verwaltung dieser vollkonzessionierten Gaststätte erfolgt im Auftrag des Kirchenvorstandes von St. Bernward, durch den Wiesenvorstand unter der bewährten Leitung von Rudolf Buschmann.

Im Sommerhalbjahr tummeln sich viele Kinder in der Sandkiste und an den Spielgeräten. Die Sportgemeinschaft der Bernwardswiese bietet vielen Kindern und Erwachsenen die Möglichkeit, sich mit dem Fußballspielen auf dem grünen Rasen zu beschäftigen. Besuchen Sie doch einmal die Bernwardswiese, ihr Geheimnis kennen Sie ja nun. Und wenn Sie auch Interesse an dieser ehrenamtlichen Tätigkeit haben, melden Sie Sie doch gerne bei Bruno Buschmann (EMail: bl.buschmann@t-online.de). Ihr Ansprechpartner für Familienfeiern oder geschlossene Veranstaltungen ist Michael Vietgen (EMail: m.vietgen@freenet.de)

(Autor: Bruno Buschmann 12/2011)




Zeitreihe

1958 Gründung der Kolpingfamilie St. Bernward und deren Sportgemeinschaft
1959 Gastnutzung der Sportanlagen vom FC Schwalbe, Nds. Döhren und VfR Hannover
1960
1961 Abschluß Pachtvertrag über Brachgrundstück, Beginn der Nutzbarmachung der "Wiese"
1962 Nutzung eines Umkleidewaggons als Unterkunft (ehemals Umkleide des TvD)
1963
1964
1965 Bau einer Holzbaracke als "Clubhaus", Entstehung Sportplatz und Spielplatz
1966
1967
1968
1969
1970 Einbrecher zünden die Holzbaracke an
1971 Beginn der Bauarbeiten an Clubhaus aus Stein
1972 Erteilung der uneingeschränkten Schankerlaubnis
1973
1974
1975
1976 Gelände wird vom bischhöflichen Stuhl für die St. Bernwards-Gemeinde gekauft
1977
1978
1979
1980 Ausrichtung des Diözesanfußfallturniers auf der Wiese
1981
1982 Gewinn der Kolpingmeisterschaft
1983 Neubau bzw. Erweiterung der Umkleideräume und Toiletten
1984 Benennung der Wiesenzufahrt in Leonhard-Mock-Weg
1985
1986
1987
1988 Umbau / Erweiterung der Küche
1989
1990 Spielplatzerweiterung
1991
1992 SGB nimmt erstmals am Spielbetrieb des FFVH teil
1993 Pflasterung Parkplatz
1994 Neue Überdachung der Terrasse
1995
1996 Neuer Schneewalzertresen
1997
1998
1999
2000
2001 Neuer Eingangsbereich
2002
2003
2004
2005 SGB wird FFVH Verbandsmeister
2006
2007
2008 Bernwardswiese wird Heimat des SGB-Cups, Jubiläums-Feiern zum 50-Jährigen Bestehen
2009 SGB gewinnt den SGB-Cup
2010
2011 SGB nimmt erstmals an der FFVH-Kleinfeldrunde teil

Kontakt SG Bernwardswiese